„Theater in der Schule ist zwar ein Spiel, aber keine Spielerei.”
Darstellendes Spiel

Schon Shakespeare hatte das Bild der Welt als Bühne durch den berühmten Satz „All the world’s a stage” vermittelt. Wir müssen in unserem täglichen Leben viele unterschiedliche und anspruchsvolle Rollen spielen und je mehr wir darauf vorbereitet sind, desto besser. Theater an der Schule leistet einen Beitrag zu dieser Vorbereitung, ist aber viel mehr als nur das. Unsere hessische Kultusministerin, Frau Dorothea Henzler, hat die Präsenz des Theaters an den Hessischen Schulen so geschildert:
„Das Theater in der Schule hat in den letzten Jahren in allen Bundesländern erheblich an Bedeutung gewonnen. Darstellendes Spiel hat sich in Hessen an vielen Schulen etabliert – nicht nur als Arbeitsgemeinschaft, sondern ebenfalls im Wahl- bzw. Wahlpflichtunterricht oder als eigenes Fach in der gymnasialen Oberstufe mit der Möglichkeit zum Ablegen einer Abiturprüfung. Theater in der Schule ist zwar ein Spiel, aber keine Spielerei. Der Weg von einer ersten Inszenierungsidee bis hin zur endgültigen Aufführung vor Publikum ist ein äußerst komplexer Prozess …”
(Handreichungen für das Fach Darstellendes Spiel, 2010)
Das Adolf-Reichwein-Gymnasium bietet seit dem Schuljahr 2010/11 das Fach Darstellendes Spiel als Wahlunterricht in der Mittelstufe an. Dieses ist nun im Schuljahr 2011/12 als Unterrichtsfach der Oberstufe mit einem ersten Kurs in der E-Phase eingeführt worden. 23 Schülerinnen und Schüler haben das Fach gewählt und werden es, wenn sie es wünschen, bis zum Abitur fortführen können.
Zusammen mit Kunst und Musik ist Darstellendes Spiel Bestandteil der ästhetischen Bildung und somit ein wichtiges Element des Bildungsprozesses.
Darstellendes Spiel wird mit dem Satz „Erziehung zum Theater und Erziehung durch Theater” definiert. Die Inhaltsbereiche für die drei Jahre der Oberstufe sind systematisch aufgeteilt:
- In der Einführungsphase (E1 und E2) wird die schauspielerische Arbeit dargestellt und geübt.
- In der Qualifikationsphase (Q1 und Q2) werden die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Inszenierung erarbeiten und eine Aufführung vorbereiten.
- In der Qualifikationsphase (Q3 und Q4) werden Theatergeschichte und Theatertheorie die Schwerpunkte sein.

Am Ende der Qualifikationsphase können die Schülerinnen und Schüler in Darstellendem Spiel als fünftes Prüfungsfach eine Prüfung ablegen.
Das Fach ist für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer faszinierend und sehr spannend, denn es bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich mit Bildung in einer neuen Form zu beschäftigen und unerwartete Entdeckungen über sich selbst und die Außenwelt zu machen. Kreativität wird hier mit körperlicher Aktivität, sinnlichem Erleben und sozialem Handeln in einer Gruppe kombiniert – alle diese unterschiedlichen Aspekte werden in dem neuen Fach besonders gefördert.
Gleichzeitig lernt man durch die Geschichte des Theaters die besondere Stellung und Bedeutung des Theaters in unserer Gesellschaft kennen und verstehen und wird durch die Erarbeitung der Theatertheorien ein bewusster und kritischer Theaterbesucher.