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1. Platz für das Adolf-Reichwein-Gymnasium bei ExploreScience-Wettbewerb

Am 22. Mai reiste das Adolf-Reichwein-Gymnasium aus Heusenstamm mit drei Projekten und neun Schülerinnen und Schülern zum Wettbewerb „ExploreScience“ in den Luisenpark nach Mannheim. Mit dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung der Klaus-Tschira-Stiftung sollen junge Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften spielerisch begeistert werden. Neben den Wettbewerben bei ExploreScience gibt es auch eine Ausstellung mit vielen Experimenten zum Mitmachen sowie Experimentier-Shows und noch viele weitere Attraktionen zu sehen und zu erleben.

Doch zunächst war die Aufregung für den Wettbewerb „Papierturm“ bei den Kindern groß. Die Wettbewerbsaufgabe war es, einen möglichst leichten und 90cm hohen Turm ausschließlich aus Papier und/oder Pappe zu bauen, wobei das verwendete Material nur mit handelsüblichem Flüssigkleber zusammengehalten werden darf. Außerdem muss jeder Turm nach dem Wiegen einen Belastungstest bestehen, sodass er ein Gewicht von einem Kilogramm aushält. Anschließend testete die Jury alle Papiertürme auf ihre ‚Erdbebensicherheit‘, indem diese auf eine spezielle Rüttelvorrichtung angebracht wurden. Sie mussten dann eine Minute lang die Rüttel- und Kippbewegungen der Maschine aushalten. Anschließend führte die Jury den Belastungstest mit dem Gewicht erneut durch, um zu überprüfen, ob die Papiertürme immer noch stabil sind. Für jeden Test hat die Jury Punkte vergeben. Bei Erfüllung aller Kriterien entschied die Masse des Papierturms über die Platzierung.

Auf den Wettbewerb haben sich die neun Schülerinnen und Schüler des ARG zusammen mit ihrer Physiklehrerin Swantje Velten vier Monate lang vorbereitet. Hierfür trafen sie sich außerhalb des Unterrichts. Angefangen mit dem normalschweren Umweltpapier aus der Schule, begannen sich die Teilnehmer erste Gedanken über die Form des Turms zu machen. Die Herausforderung bestand nun darin, dass der Papierturm rund oder eckig sein konnte, jedoch eine Seitenlänge bzw. einen Durchmesser von 10cm nicht überschreiten durfte. Ob säulenartige Türme, gedrehte oder ineinandergesteckte Papierstreifen, Stockwerke geformt wie Bienenwaben, symmetrisch oder asymmetrisch angeordnete Papierkästen – vieles probierten und verwarfen die Schülerinnen und Schüler, bevor die fertigen Papiertürme der Jury präsentiert werden konnten.

Nachdem sich die Gruppe vom ARG am Wettbewerbstag angemeldet, die von der Stiftung bereitgestellten Teilnehmer-Shirts und Lunchpakete abgeholt und ihren zugewiesenen Platz im Wettbewerbszelt aufgesucht hatte, stieg die Aufregung weiter an. Fast 2500 SchülerInnen und 850 Gruppen waren zum Teil von weit her angereist und einige standen bereits Schlange vor dem Jurybereich. Da ein Papierturm die Zugfahrt nicht heil überstanden hatte, packte die Gruppe kurzerhand die Heißklebepistole aus und reparierte und optimierte fast eine Stunde lang ihren Turm. Es blieb auch Zeit, sich mit anderen zu unterhalten, die anderen Papiertürme zu begutachten und sich untereinander mit Heißkleber und Papierturmbaugeschick auszuhelfen.

Dann stellten sich unsere Gruppen im Jurybereich an. Der reparierte Turm, eine eckige Turmvariante  aus Wellpappe, meisterte alle Tests ohne Probleme. Der Einsatz der Heißklebepistole hatte sich gelohnt und die drei Mädchen Mia Grulke, Luisa Matle und Mia Pfeffer waren sichtlich zufrieden mit sich. Der zweite Turm von Zoha Arshed, Yemaya Marold und Rania Uddin – eine runde Variante mit Pfeilern aus gerolltem Papier, die sich von unten bis ganz nach oben erstreckten – war als nächstes an der Reihe. Beim Erdbebentest hielt die Gruppe den Atem an. Die Pfeiler begannen durch die Rüttelbewegung immer heftiger zu schwingen und drohten einzustürzen. Am Ende hielt der Turm  diesem Test stand und selbst die Jury sprach der Gruppe anerkennende Worte für ihre außergewöhnliche und kreative Bauweise aus. Die dritte Gruppe des ARG zeigte der Jury einen schlichten runden Turm mit einem Durchmesser von nur sieben Zentimetern. „So konnte Papier eingespart werden“, erklärte ein Gruppenmitglied der Jury auf Nachfrage. „Zudem haben wir eine besonders leichte Papiersorte  verwendet.“ Die Jury war begeistert ob der geringen Masse von nur 18 Gramm. (Dies entspricht nur etwas mehr als drei Blättern herkömmlichen Druckerpapiers für den gesamten Turm.) Diese Konstruktion brachte die Gruppe von Niklas Bellmann, Jasir Fakir und Jonas Kremin auf den ersten Platz. Die Gruppe darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 500€ freuen.

Nach dem Wettbewerb blieb der Gruppe noch etwas Zeit, im Luisenpark spazieren zu gehen und sich bei einer kleinen Bootsfahrt auf dem See des Parks über die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Fazit der Gruppe: „ExploreScience in Mannheim hat aus unserer Sicht nicht zu viel versprochen: Wir haben Naturwissenschaften erlebt!“ Für die Kinder stand noch auf der Rückfahrt zum Frankfurter Hauptbahnhof fest, dass sie nächstes Jahr unbedingt wieder mitmachen wollen. 

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